Projektdesign

Datenerhebungen bei allen teilnehmenden Schulen

Die Datenerhebung umfasst pro Jahr je eine Online-Befragung. Dazu kommen über den Projektzeitraum verteilt zwei (ggf. drei) Erhebungen, die sich auf fachliche und überfachliche Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler beziehen.

Online-Befragungen

Die Schulleitenden, die Lehrpersonen sowie Schüler und Schülerinnen aus bestimmten Klassen bzw. Gruppen der Primar- und Sekundarstufe I (vgl. weiter unten) nehmen an drei Online-Befragungen teil (eine Befragung pro Projektjahr). Diese Befragungen sollen Einblick in Aspekte der Unterrichts- und Lernorganisation und der Lernkonzepte aus der Sicht von Lehrkräften und Lernenden sowie Aufschluss über die Lernkompetenzen der Schülerinnen und Schüler geben.

Erfassung der fachlichen und überfachlichen (personalen, sozialen, methodischen) Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler

Zu zwei (ggf. drei) Zeitpunkten werden Daten erhoben, die sich auf die fachlichen und überfachlichen Lern- und Leistungsziele beziehen. Zeitrahmen: Diese Datenerhebungen finden im ersten und im dritten Projektjahr statt.

Welche Schülerinnen und Schüler nehmen an der Datenerhebung teil?

Das Forschungsprojekt konzentriert sich auf die Primarstufe (4.-6. Schuljahr) und die Sekundarstufe I (7.-9. Schuljahr). Teilnehmen können somit Schulen (bzw. Schulabteilungen) der Primar- und/oder der Sekundarstufe I. Pro Schule nehmen in der Regel die Schülerinnen und Schüler aus einer oder zwei Klassen (bzw. Stammklassen, Gruppen) an der Datenerhebung teil (Online-Befragungen, Erfassung der Kompetenzentwicklung), nämlich je einer Klasse der Primar- und/oder der Sekundarstufe I. Damit wir die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler über den Projektzeitraum hinweg erfassen können, ist es wichtig, dass immer die gleichen Schülerinnen und Schüler an den drei Datenerhebungen (t1, t2, t3) teilnehmen. Deshalb werden im ersten Projektjahr auf der Primarstufe Schülerinnen und Schüler des 4. Schuljahrs und auf der Sekundarstufe I Schülerinnen und Schüler des 7. Schuljahrs einbezogen. Im letzten Projektjahr werden diese Schülerinnen und Schüler dann im 6. bzw. 9. Schuljahr sein.

Datenerhebungen bei den Fallschulen

Was sind Fallschulen?

Wie weiter oben beschrieben, werden unter den teilnehmenden Schulen zehn Schulen als Fallschulen behandelt, an denen eine erweiterte Datenerhebung erfolgt. Die Gruppe der Fallschulen umfasst v.a. Schulen, deren Lern- und Unterrichtsarchitekturen im oben beschriebenen Sinn deutlich von den klassischen Formen der Unterrichts- und Schulorganisation abweichen. Zusätzlich zu den oben beschriebenen Online-Befragungen und der Erfassung der Kompetenzentwicklung nehmen die Fallschulen an folgenden Datenerhebungen teil:

Konzeptdokumentation

Jede Schule stellt ein Dossier mit schulspezifischen Dokumenten zusammen, welches Informationen zum praktizierten Lernkonzept (z.B. Leitbild, „Philosophie“, Organisationsformen, „Tools“ bzw. Instrumente für die Dokumentation und Förderung individueller Lernwege, Rollen und Funktionen des Lehrpersonals sowie des zusätzlichen Personals, Kooperationsformen des Schulkollegiums, Formen der Elternkontakte usw.) umfasst. Zeitrahmen: Einreichen der Schuldokumente Dezember 2012.

Interviews mit der Schulleitung

Durch ein Interview mit der Schulleitung möchten wir, ergänzend zur Konzeptdokumentation, Informationen über die Schul- und Unterrichtsorganisation, über Kooperationsformen, Schulentwicklungskonzepte und Regeln der Schulkultur erhalten. Zeitrahmen: Die Interviews finden voraussichtlich ab Februar 2013 statt.

Gruppeninterviews mit Lehrpersonen

Die Lehrkräfte (und ggf. weiteres pädagogisches Personal), welche jene Schülerinnen und Schüler unterrichten, die an den Datenerhebungen teilnehmen (vgl. oben), beteiligen sich an insgesamt drei Gruppeninterviews (t1, t2, t3). Anhand dieser Interviews wollen wir uns ein Bild über Organisationsformen des Lernens und der Lernunterstützung, die Rolle der Lehrkräfte und über die damit verbundenen Veränderungen im beruflichen Selbstverständnis aus der Perspektive der beteiligten Lehrkräfte machen. Zeitrahmen: Die ersten Gruppeninterviews mit den Lehrpersonen (t1) finden voraussichtlich im März 2013 statt, die zweiten (t2) im März 2014, die dritten (t3) im März 2015.

Gruppeninterviews mit ICT-Verantwortlichen

In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Online-Plattformen entwickelt, die helfen sollen, individuelle Lernwege einfach zu planen, zu organisieren und zu kontrollieren (z.B. iCampus, educanet2, moodle, OSASYS, lerntagebuch.ch etc.). Die Palette der eingesetzten Plattformen an Schweizer Schulen ist unübersichtlich. Ziel des Gruppeninterviews ist es, festzustellen, wie solche Online-Plattformen in den Schulen eingesetzt werden und ob und wie die beabsichtigten Ziele erreicht werden. Dieser Teil des Projekts wird von Prof. Dr. Dominik Petko (Pädagogische Hochschule Zentralschweiz – Schwyz, Institut für Medien und Schule) geleitet.

Unterrichtsbeobachtung

Während eines mit den einzelnen Fallschulen zu vereinbarenden Zeitraums (ca. 1 Woche) wird der Unterricht einzelner Klassen/Lerngruppen beobachtet und es werden ggf. Videoaufzeichnungen einzelner Lernarrangements gemacht sowie Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern geführt. Nach Vereinbarung können daraus filmische Schulportraits entstehen. Zeitrahmen: Die Beobachtungen werden voraussichtlich im zweiten Projektjahr (2014) durchgeführt.

Wer kann am perLen-Projekt teilnehmen?

Zur Teilnahme am perLen-Projekt laden wir Schulen (bzw. Schulabteilungen) der Primar- und der Sekundarstufe I ein, die sich an einem personalisierten Lehr-Lern-Konzept orientieren und die sich als Schule, Schulabteilung, Kollegium in den letzten Jahren hin zu einer verstärkten Ausrichtung der Unterrichts- und Lernorganisation an den individuellen Bedürfnissen und Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler und dem Aufbau fachlicher und überfachlicher (personaler, sozialer, methodischer) Kompetenzen weiterentwickelt haben. Wir suchen dabei sowohl Schulen, die ein personalisiertes Lernkonzept innerhalb der klassischen, räumlichen und zeitlichen Formen und Strukturen der Unterrichts- und Schulorganisation umsetzen, als auch solche, die von den klassischen Organisationsformen mehr oder weniger deutlich abweichen (z.B. durch flexible Lernlandschaften, durch temporäre Auflösung von Jahrgangsklassen zugunsten klassenübergreifender und/oder jahrgangsgemischter Lerngruppen, durch offene Raumkonzepte, Schülerbetreuung durch Lehrerteams oder die Nutzung bestimmter „Tools“ (inkl. ICT) zur Dokumentation, Förderung und Begleitung individueller Lernwege usw.).

Teilnahmevoraussetzungen

Voraussetzung für die Teilnahme ist

  • die Bereitschaft zur Teilnahme an den Online-Befragungen (Lehrkräfte, Schulleitende),
  • die Bereitschaft, mit den Schülerinnen und Schülern mindestens einer Klasse (bzw. Stammklasse, Stammgruppe o.ä.) der Primar- oder/und der Sekundarstufe I (im ersten Projektjahr 4. bzw. 7. Schuljahr) an den drei vorgesehenen Online-Befragungen sowie zwei kompetenzbezogenen Datenerhebungen teilzunehmen.

Die Teilnahme als Fallschule setzt darüber hinaus die Bereitschaft voraus, an den weiteren Datenerhebungen (Interviews, Beobachtung, ggf. Videoaufzeichnung, Schulkonzeptdokumentation) teilzunehmen. Als Fallschulen suchen wir insbesondere Schulen, die im oben erwähnten Sinn von den klassischen Formen der Unterrichts- und Schulorganisation abweichen.

Wie profitieren die teilnehmenden Schulen und Lehrpersonen von der Studie?

Die teilnehmenden Schulen werden von den unterrichtserfahrenen Projektleitenden und Projektmitarbeitenden auf unterschiedliche Weise bei ihrer Unterrichtsentwicklung unterstützt:

  • Schulspezifische Rückmeldungen. Alle teilnehmenden Schulen erhalten schulspezifische Rückmeldungen aufgrund der Online-Befragungen und der kompetenzbezogenen Daten-erhebungen. Diese ermöglichen einen reflexiven Einblick in die schuleigene Unterrichtspraxis und können als Impulse für weiterführende Unterrichtsentwicklungen dienen.
  • Einladung zu einer Tagung. Nach Projektabschluss werden die Ergebnisse an einer Tagung vorgestellt und diskutiert. Die Lehrkräfte aller teilnehmenden Schulen werden zu dieser Tagung eingeladen.
  • Weiterbildungen. Den Fallschulen bieten wir zudem zwei Weiterbildungen zu ausgewählten Themenbereichen an, die als schulinterne Weiterbildungen angerechnet werden können.
  • Netzwerk. Möglichkeit zur Einbindung in das projektbezogene, von der Mercator-Stiftung geförderte Netzwerk von Schulen mit personalisierten Lernkonzepten (Informations- und Erfahrungsaustausch, Zugang zu innovativen Materialien, Anregungen und Impulse zur Unterrichtsentwicklung).